Samstag, 1. Oktober 2016

Kinder und Pferde

Bei einem Vortrag vorgestern auf der Nationalen Bildungskonferenz der Uni in Wroclaw sagte ein Professor, dass er vor 25 Jahren bei einer Veranstaltung mit mir dabei war. Seither hat ihn die Amication privat und beruflich begleitet und ist aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Er vermittelt seinen Studenten diese postpädagogische Sicht und er hat sich bedankt.

Ich male gern Bilder mit Worten, vorgestern: Seit einigen Jahren gibt es einen neuen Weg für den Umgang mit Pferden. Dabei will man in die Welt eines Pferdes eintauchen, ein Pferd von innen heraus verstehen, mit ihm sein, statt es beherrschen. Einem Jährling wird nicht mehr gegen seine Natur der Willen gebrochen, indem er mit Gewalt und Unterdrückung eingeritten wird. Es wird eine Kommunikation auf gleicher Augenhöhe hergestellt von Geschöpf Mensch zu Geschöpf Pferd. Und siehe da, ein Pferd, das einen Menschen so gleichwertig erlebt, läßt ihn nach einer Zeit des Vertrauens bereitwillig auf seinen Rücken steigen. Immer mehr Menschen gelingt dieser neue Weg, und etwas ungläubig nennen wir solche Menschen Pferdeflüsterer.

Die Kinder von innen heraus verstehen, ihre innere Souveränitat überhaupt erst einmal erkennen, sie nicht mit erzieherischer Missionierung brechen – und ein Kind läßt uns teilhaben an seiner Welt, von Geschöpf zu Geschöpf. Doch nur wenige können so etwas denken, erkennen diesen Weg und können ihn gehen. Wir sind im Umgang mit Pferden weiter als in unseren Beziehungen zu Kindern.

Kommentare:

  1. Warum und woher diese Idee, dass "es nur wenige gibt"? Klingt ein bißchen..naja.. elitär..ich glaube,nein ich bin überzeugt davon, dass es sehr viele gibt, die "so sind", es aber noch als selbstverständlich erleben und sich aus einer Diskussion heraushalten (es nicht an die große Glocke hängen)..und auch gar keinen Namen dafür haben.. die kann man aber nicht wahrnehmen, wenn man in einer Diskussion/Kampf (für oder gegen etwas) drin steckt, die kann man nur sehen, wenn man es direkt erlebt..

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    1. Wo sind denn diese "sehr vielen"?
      Ich habe jedenfalls im gesamten Erziehungssystem noch keinen getroffen, der ein Gleichwertigkeitsverständnis gegenüber Kindern IN SICH hatte!
      Zwar reden heute alle von "Demokratie" in der Kita oder Schule – doch diese Pseudo-Haltungen haben Null und Nichts mit intrinsischem Fühlen zu tun.
      Aber selbst der Begriff "Demokratie" an sich ist schon historisch wie aktuell bedeutungsleer – solange nicht jeder (also auch Kinder) vollkommen gleiche Rechte (und Pflichten) haben, gibt es keine wirkliche Demokratie.

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  2. bei mir war die beziehung zu pferden schon ganz früh ein teil meiner inneren und später auch äusseren welt ... da ich ja seit meinem 18 lebensjahr mit pferden unterwegs war ... als kind nur als passiver zuschauer der fernsehserie FURY ( ich liebte den vorspann : na fury wie wärs mit einem kleinen ausritt hast du lust ? wieher wieher !! ) um mich dann mit dem eigenen pferd im " hamsterrad " der klassischen spring und dressurschulreiterei total zu verlieren !!!
    als mir dann in meiner verzweiflung hubertus von meinem bruder empfohlen wurde der ihn an der uni in graz hörte ... weil ich nach 8 jahren im schulsystem aufhören wollte da ich fühlte dass es SO für mich nicht mehr stimmte ... kippte mein selbst-und weltbild wieder zurück zu der wahrheit meiner kindheit ...
    nach der lektüre des buches meldete ich mich sofort für s nächste selbsterfahrungswochenende an und seitdem fühle ich mich zugehörig und " heimgekehrt " ... DANKE hubertus und danke euch allen die mit mir unterwegs waren und immer noch sind ... alles liebe christa

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  3. ergänzung ...ich war des reitschul UND menschenschulsystems !!! müde und das buch war : ich liebe mich so wie ich bin ...

    das ähnlich neue wege gehende buch: mit pferden tanzen von klaus hempfling fiel ungefähr im selben zeitraum in meine hände ... was für mich einmal mehr die existenz von morphogenetischen feldern plausibel macht ...

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