Freitag, 14. Oktober 2016

Ein bisschen Paradies

"Ich krieg das nicht hin, einerseits das Dunkle in mir gelten zu lassen und andererseits gleichzeitig das Helle. Das sind doch scharfe Gegensätze. Ich entscheide mich für das Helle, für die Selbstliebe. Was soll da noch all das dunkle Zeug in mir?"
"Es ist nicht die Frage, was das soll, sondern es gilt die Tatsache, dass es ist. So wie es nicht eine Frage ist, was das soll, wenn ein Bein gebrochen ist. Das Bein ist kaputt: Das ist. Real. Jetzt kann man das solange bejammern und daran leiden, bis man stirbt, oder man sieht zu seinem Bein und erkennt die Wirklichkeit: Ich habe ein krankes Bein. Mehr ist ja nicht passiert. Wir selbst gehen niemals unter."

"Wenn ich so voll Hass bin, gehe ich unter."
"Nein, dann schwimmst Du weiter im Leben, diesmal in anderem Gewässer oder unter Wasser, aber Du bist es, der dort schwimmt. Egal, wo wir sind und wer wird sind: Wir sind. Und wenn Du schon mal in so unfreundlichen Gewässern schwimmst - es ist nicht nötig, dass Du Dir das übelnimmst. Auch Monster sind Wesen, wie Engel. Das Gefühl, unterzugehen und die Selbstliebe niemals wirklich zu erreichen, ist die Lebensart von den dunklen Herrschaften. Solange Du Dich da aufhältst, ist es wie mit dem kranken Bein: Es ist krank, und Gesundbeten hilft nicht. Es ist erst dann gesund, wenn es gesund ist! Vorher ist die lange Zeit der unangenehmen Krankheit. Und man kann, wenn man krank ist, etwas lesen oder ein Würfelspiel mit anderen spielen. Spiel doch in der Hölle mit dem Teufel Monopoly oder Schach oder Halma. Er kennt die Regeln. Später, wenn die Selbstliebe Dir wieder etwas sagt, wenn Dein Bein wieder gehen kann und will, siehst Du weiter. Selbstverständlich läßt Dich auch der Teufel wieder laufen, wenn die Zeit dafür gekommen ist."

"Das glaube ich nicht, in mir wird immer das Dunkle da sein."
"Ja, sicher, aber es muss sich auch ausruhen und bestimmt Dich nicht Tag und Nacht. Es lebt nur dann, wenn es passt, wenn es sinnvoll ist, wenn das Dunkle sich in Dir wohlfühlt."
"Es soll sich in mir nicht wohlfühlen."
"Willst Du es bekämpfen, erziehen, therapieren? Stellst Du Dich über die dunklen Seiten in Dir? Das kannst Du tun, aber wenn Du zum Drüber-Stellen übergehst, freut sich das Dunkle in Dir, denn das Drüber-Stellen ist ja sein Lebenselixier: Das Dunkle drückt das Helle herab. Wenn Du ein Drüber-Steller bist, fühlt sich das Dunkle in Dir wohl: dadurch, dass Du das Dunkle nicht willst, es ablehnst, es zurückweist, ins Dunkle stellst, bist Du ihm verfallen. Nötig ist das nicht."

"..."
"Es gibt die Möglichkeit zur Selbstliebe. Die Idee. Die Perspektive. 'Ich liebe mich sowie ich bin' ist keine Garantie. Es ist auch keine Verpflichtung. Es ist Einladung, Trost, Aufatmen, Lächeln. Und natürlich auch ein bisschen Verheißung, ein bisschen Paradies, hier, jetzt. Ein bisschen Gegenzauber für die dunkle Welt, bei allem Respekt und ohne sich über sie zu stellen. Wieviel davon Realität wird, hängt von vielem ab, auch von mir, auch vom anderen Menschen: von meiner Liebe zu Dir. Liebe und Selbstliebe sind Geschwister - sie könenn fliegen und das Dunkle in uns immer wieder zurücklassen. Und: Sie wachsen von allein, Du musst Dich nicht bemühen. Sie sind Geschenke des Lebens."


Kommentare:

  1. "... Liebe und Selbstliebe sind Geschwister - sie könenn fliegen und das Dunkle in uns immer wieder zurücklassen. Und: Sie wachsen von allein, Du musst Dich nicht bemühen. Sie sind Geschenke des Lebens. ... "

    JA ... und manchmal sind sie ... die geschenke ... seeeeeeeeeeeehr gut und tricky verpackt ...

    und auch das kann mir ... wenn ich s denn so will bzw. zulasse ... freude machen ... oder eben nicht ;-)
    mir bereitet das geschenke bekommen und auspacken meistens freude ... wie s mir dann mit dem geschenk ergeht ist eine andere geschichte ... hängt immer davon ab wie frei von erwartungen und sonstigen inneren fixen vorstellungen ich grad bin ...

    " .. 2 x 3 macht 4 - widdewiddewitt und 3 macht9e ... "


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  2. Moin, Hubertus!

    Da es meinerseits dieses — überwiegend von kirchlichen Organisationen propagierte — Paradies seit meiner späten Jugend (zweite Hälfte der 1970er-Jahre) und nach meinem Austritt aus der Organisation "Evang. Kirche" nicht mehr gibt, habe ich die von dir erwähnten Synonyme (Paradies, Teufel, Engel) mal für mich entsprechend übersetzt. ;-)


    Zitat:
    "Liebe und Selbstliebe sind Geschwister ..."

    Sind das Zwillinge?
    Wenn ja, dann:
    Welches der beiden Geschwister wurde zuerst geboren?
    LG HaJo51

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  3. Zitat: “... habe ich die synonyme....mal für mich entsprechend übersetzt..“

    Das musste ich auch für mich machen. Für mich ist diese art des Begriffsgebrauchs auch heftig assoziiert mit kirchlichen Organisationen, heils- und unheilsverkündern, eso-szene und co..
    die frage- und-antwort-text-art ruft mir osho und andere guru szenarien in den kopf..ist ja auch nichts gegen einzuwenden, wenn man's mag..(smartphone Rechtschreibung ist schwierig).. lg

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    1. Ich kann mir die christlichen Bilder gut in meine Welt umdeuten und gebrauche sie so unerklärt umgedeutet. Ich verstehe, dass das schwierig ist für andere, will aber nicht (dauernd/ ab und zu) erklären. Ich kenn auch den traditionellen Sinn all dieser Dinge, bin katholisch groß geworden. Es gibt auch lichtere Seiten: Urchristentum, Pelagius und Co, aber das ist natürlich nicht die Amtskirche. Empfehle "Satan, Teufel, Luzifer. Eine Universalgeschichte des Bösen"" von Gérald Messadié. Die keltische Welt sagt mir viel.

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    4. Hallo, Hubertus!

      Zitat:
      "Empfehle "Satan, Teufel, Luzifer. Eine Universalgeschichte des Bösen"" von Gérald Messadié. Die keltische Welt sagt mir viel."

      Dieses Buch habe ich gestern günstig bei Ebay gekauft.
      Ich werde es aber (wegen meiner sehr starken Sehschwäche) nicht komplett lesen, sondern nur den Bereich bzw. das Kapitel, in dem es um die entsprechenden Sichtweisen seitens der Kelten geht.
      Ich versuche nämlich schon lange, nachzuvollziehen, was du an den damaligen Kelten so toll findest.
      Aus diversen TV-Dokumentationen kenne ich die damaligen Kelten zurzeit nur als "Mitunter blutrünstige Eroberungskrieger".
      LG HaJo51

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  5. Du musst natürlich überhaupt nichts..klaro..aus meiner Sicht werden die amicative ideen nur für menschen,die die art der Begriffsbenutzung so assoziieren (und ich glaube, das sind nicht wenige- grad junge Menschen) und denen dies zu anstrengend ist, für sich zu übersetzen, unzugänglich bleiben, was ich schade finde, aber auch nicht ändern kann..(und einem ja auch egal sein kann)..du bist eben du (was prima ist) und letztlich der einzige, der öffentlich über amication schreibt und spricht..alles gut. Lg und bis nachher..

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  6. Pfffff!
    Was soll denn am Urchristentum "lichter" (oder gar überhaupt "licht", wie es Deine Satzbildung suggeriert) gewesen sein?!?
    Was soll "Urchristentum" überhaupt sein??
    Und Pelagius als "lichter" zu sehen, nur weil er minimal weniger blutrot im Schwarz war, ist für mich auch daneben! (War Ribbentrop "lichter" als Hitler?!)

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  8. mir sagte pelagius garnichts ... also hab ich gegoogelt :
    zitat wikipedia :
    " Pelagius soll im Gegensatz zu Augustinus eine POSITIVE ANTHROPOLOGIE vertreten haben: Der Mensch sei WESENHAFT GUT und der menschliche Wille folglich imstande, nur aufgrund seines natürlichen Vermögens Gottes Geboten zu gehorchen. Durch Askese und permanente Übung sei die menschliche Natur zu stärken, gemäß der Formel „DU KANNST WEIL DU WILLST “. Im Bestreben, den Arianismus und den Manichäismus als Häresien zu widerlegen, betonte er – im Gegensatz zum moralischen Determinismus des letzteren – die FREIHEIT DES WILLENS , der als eine Gabe Gottes niemals von der Sünde korrumpiert werden könne... "

    da ich sowieso ... wenn ich mir meines selbst bewusst bin ... bereit und willens bin das an-zu-erkennen was mit mir übereinstimmt kann und will ich also auch in dieser lehre wahrnehmen was für mich "lichter " erscheint als in anderen ...
    dass ich mich entschieden habe in ALLEM das licht ... und sei es auch noch so schwach ... zu sehen ermöglicht mir eine perspektive auf s leben ... auch auf mein physisch sehr eingeschränktes ... die ich im besten fall sehr erfreulich und beglückend und im blödesten fall verwirrend und chaotisch erlebe ... langweilig und fad ist das in keinem fall ;-) ... dass ich von anderen dann eventuell im besten fall als unrealistisch und/oder "too much" und im mir unangenehmsten fall als psychiatriereif definiert werde ist nicht neu für mich ... und daher mach ich mir über die rolle der "närrin" die ausspricht wie s auch sein kann keinen kopf mehr ... der ist mir ja ... kann sein ... genau deshalb geplatzt ....
    tarnkapperl oder narrenmütze oder barhäuptig … oder … ???
    meine wahl … meine verantwortung … meine freiheit … meine macht … mein leben …
    und JETZT lächelt mein herz und gut is ! ;-)
    alles liebe christa
    das buch von messadie hab ich bestellt … schau ma moi was es bei mir auslöst …

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    2. Liebe christa, ich erleb nicht dich als too much, sondern manchmal deine sprache.und da kann ich mich dran stören und nicht mehr weiterlesen znd gucken, wer schreibt denn da oder ich mach's trotzdem und entdeck was was mir was sagt (oder auch nicht)...' Und das ist mal so mal so... lg

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  9. liebe mama mia ... ich find das super wie genau du hinliest und auch hinspürst ... ...zumindestens erlebe ich dich so
    ja ... ich hab mich ungenau ausgedrückt ... " dass mein verhalten und meine wirklichkeitswahrnehmung von anderen dann eventuell im besten fall als unrealistisch und/oder "too much" und im mir unangenehmsten fall als psychiatriereif wahrgenommen und kategorisiert wird ... " ist klarer ... find ich auch ... danke :-)alles liebe christa

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  10. ... und bei verhalten meine ich auch meinen sprachlichen und sonstigen ausdruck ...

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