Josef fragt mich, ob er sitzenbleibt. Ich spüre, wie sehr es ihn belastet, nicht zu wissen, wo er dran ist. Ich bin wütend auf die Geheimniskrämerei seiner Klassenlehrerin und habe andererseits Angst, in ihre Kompetenz einzugreifen. Wenn sie ihm nicht sagt, was die Konferenz beschlossen hat, so hat sie ihre Gründe. Aber es macht mich eben an, und ich sage ihm dann, was ich weiß – dass er versetzt wird – und beende den Terror gegen ihn.
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In der 5c gibt es heute keine Schule in der Schule.Wir spielen, ohne jedwede pädagogische Absicht. Ich bin da, mit Aufmerksamkeit und Zuwendung, nicht verbunden mit irgendwelchen Bedingungen. Ich achte sie, und ich fühle mich von ihnen geachtet.
Sie wollen „Verheiraten“ spielen. Ich lasse es mir einmal vorführen, dann machen sie es bis zum Schluss der Stunde. Einer ist Pastor, zwei andere sind Trauzeugen. Die Pärchen melden sich und werden an die Tafel geschrieben. Und dann verheiratet. Es ist eine Zeremonie mit viel Lachen, Spaß und Beifall.
Ich bin eingeladen, ich bin ihr Gast, sie haben mich in ihren Kreis aufgenommen. Ich komme mir verzaubert vor, es ist, als ob ich am Fest eines fremden Volkes teilnehme. Ich spüre die Mischung von Spaß und Ernst,von Spiel und Leben – und ich merke, wie befreiend es ist, wenn man auf dieser Ebene miteinander umgeht. Es ist einfach phantastisch, dass sie mich eingeladen haben. Sie zeigen mir etwas von ihrer Welt und ihren Wichtigkeiten.
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Aus meinem Buch "Kinderkreis im Mai. Die Revolution der Schule", S. 216 u. 224f.
Als ich Lehrer war, geschah es einmal, dass die Kinder zu mir als Person durchdrangen, dass der Lehrer aus der Klasse verschwand und ich verzaubert wurde. Die Mathestunde habe ich dafür gern geopfert.
Sie wollen "Verheiraten" spielen und sie vertrauten mir, in meiner Gegenwart so sein zu können, wie sie sich selbst sehen. Einer war Pastor, zwei andere Trauzeugen, und die Pärchen meldeten sich. Sie wurden an die Tafel geschrieben.
Es war eine Zeremonie, mit viel Lachen, Spaß und Beifall. Ich war eingeladen, ihnen zuzusehen, ich war ihr Gast. Es war, als ob ich am Fest eines fremden Volkes teilnehmen konnte. Sie hatten mich in ihren Kreis aufgenommen, ich störte sie nicht.
Ich spürte die Mischung von Spaß und Ernst, von Spiel und Leben, und ich merkte, wie befreiend es ist, wenn man auf dieser von damals so wohlbekannten Basis miteinander umgeht.
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Josef fragt mich, ob er sitzenbleibt. Ich spüre, wie sehr es ihn belastet, nicht zu wissen, wo er dran ist. Ich bin wütend auf die Geheimniskrämerei seiner Klassenlehrerin und habe andererseits Angst, in ihre Kompetenz einzugreifen. Wenn sie ihm nicht sagt, was die Konferenz beschlossen hat, so hat sie ihre Gründe. Eber es macht mich eben an, und ich sage ihm dann, was ich weiß – dass er versetzt wird – und beende den Terror gegen ihn.









