Ich bin da irgendwie auf ein ungutes Gleis geraten. Wirklich eilig ist es nämlich natürlich sowieso und niemals nicht. Ich sinne nach. Und merke, dass ich mich nicht ernst genommen fühle. Dass ich mich von ihrem Spiel herabgesetzt fühle. Ausgebremst fühle. Blöd dastehe. So neben der offenen Autotür, mit dem Einkaufsbeutel in der Hand. Das ist ganz schön absurd, skurril, grotesk.
Was macht sich da in mir breit? Alte selbst erlittene Kindersachen. Gedrängt zu werden. Dauernd gedrängt zu werden. Von den Wichtigkeiten und Notwendigkeiten und Sowiesoigkeiten der Erwachsenen. Alles hatte aufzuhören, wenn die Großen am Zug waren. Sie warteten nicht. Sie erwarteten.
Dass ich nämlich in die Spur komme. So, wie sie sich das wünschten, so ganz selbstverständlich, als Umgangsform von Groß und Klein. Wenn die Großen sagten, was zu passieren hatte, dann war ich am Zug, das auch zu tun. Subito! So gingen und gehen Erwachsene mit Kindern eben um, als banale Basis.
Erwachsene warten nicht auf Kinder. Es ist der Grundstandard. Ohne Worte. Wenn das Auto anhält, ich aussteige, dann steigen die Kinder auch aus. Handy aus und raus. »Jedes Warten ist da unpassend, öffnet die Tür zum Unterordnen der eigenen Wichtigkeiten unter den Kram der Kinder. Kann man nicht durchgehen lassen. Führt ins Chaos. Ist völlig alltagsuntauglich.«
Das kenne ich schon, meins ist es nicht – eigentlich. Ich bin immerhin heute auf einer Zwischenstation angekommen. Ich kann es aushalten, bis sie kommen. Werde nicht massiv. Aber es ist sehr schwer. Immerhin kann ich sehen, was sie tun: sie spielen, sie spielen ja. Sie sind nicht irgendwie aufsässig. Sie spielen ja nur.
Und genau dieses Merken erreicht mich dann beim Gehen zum Geschäft, wie der Zauberglanz der Sonne. Es kommt an. Die Freude des Spielens, die Schmetterlinge aus dem Auto, das Glück des Handyspiels. Die Melodie des Lebens dringt bis zu mir vor, lacht mich an. Ich beruhige mich.
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Aus meinem Buch „Kinder sind wunderbar! Unterstützen statt erziehen“, S. 209f.









