Samstag, 29. Oktober 2016

Die süßen Gläser unseres Herzens

"Die süßen Glaser unseres Herzens" ist die Fortsetzung meines Posts vom 22.10. "Honig, pures Glück"

Hast Du genascht?“ Das Honigglas steht auf dem Tisch vor mir, es ist offen, der Deckel liegt auf dem Tisch. Der Finger, der eben noch süß im Mund war, ist blitzschnell verborgen in der anderen Hand. Ich bin gelähmt, erstarrt. Die Sonne, das Licht, die Bienen, der Garten draußen mit all den Blumen und den Düften, die klangvolle Sommerwelt: aus. Eine dunkle Wolke dringt von der Stimme hinter mir in die Küche.

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Wenn wir unsre Geheimnisse, unsere Heiligkeiten, unseren Honig und unsere Rosenwelten leben – wie wird das Echo sein, das da kommt, kommen kann, kommen könnte? Gibt es dunklen Donner oder lichtes Mitsein?

Was gebe ich von mir preis, was vertraue ich an: den Menschen um mich herum? Erzähle ich von meiner Liebe? Von meinen geheimen Entschlüssen? Von meinen erkundenden Gedanken? Von meinen aufsteigenden Melodien? Von meinem Naschen am Lebensglück?

Teil mit mir meinen Frieden.“ So voll ist mein Herz. So viel Freude und Glück ist in mir. „Willst du auch“ - teilhaben an dem, was mir geschenkt wird? In Deinen Augen sehe ich den Glanz meiner Augen. Und Du spürst, wie süß der Honig ist.

Wir haben früh gelernt, wie das mit dem Anvertrauen der Honigwelten ist. Wir gehen vorsichtig durch die Welt und durchs Leben. Wir wissen, wen wir mitnehmen können. Und vor wem wir auf der Hut sein sollten. Und oft folgen wir lieber dem Mißtrauenspfad, als dass wir uns den Honig verbittern und die Rosenwelt verwüsten lassen. Und verstecken die süßen Gläser unseres Herzens. Doch ab und zu geschieht auch das Wunder, dass der andere nicht dunkel ist, sondern hell und liebevoll, und ich kann davon erzählen, wie viel Glück und Licht in mir ist.

Ein jeder kennt da sein eigenes Maß, und wo der eine ganz vorsichtig ist, ist der andere robust. Was erzählen Kinder noch ihren Eltern, was erzählen sich noch die Partner? Wie gefährlich ist das Mich-Zeigen ? Für meinen Frieden? Wo der eine ganz ins Versteck geflohen ist, hat der andere ein überströmendes Herz und gerät immer wieder in Gefahr.

Vielleicht können wir ab und zu innehalten, wenn wir die Kinder beim Honigschlecken überraschen, und uns zurückziehen, die Küchentür leise schließen, überwältigt von ihrem Glück in Resonanz geraten.

Vielleicht können wir Rosen schenken, wenn wir ein süßes Seelengeheimnis aus der Erwachsenenwelt mitbekommen. Zeuge werden ohne Dunkelwolken zu verbreiten, so angebracht sie auch sein mögen. Die Dunkeltür leise schließen, überwältigt vom Glück des anderen in Resonanz geraten

Die Achtsamkeit im Zusammensein mit den anderen und ihren Heiligkeiten, mit den Kindern oder mit dem Partner, will immer wieder neu bedacht werden. Es ist ein so weites Feld.




Kommentare:

  1. Guten Abend, Hubertus!

    Vorhin hatte ich mich für ein Geheimnis entschieden (heute bei der Treppenhaus-Reinigung mal zu schummeln und zwar diesmal die Gläser der Fensterscheiben mal nicht zu putzen).

    Dann habe ich meinen PC hochgefahren, den Firefox gestartet, deinen Blog geladen und was sah ich da:
    Eine von dir überarbeitete Neu-Auflage der Honigseite!

    Voll cool, solch ein Feierabend nach getaner (pssst: geschummelter) Mieterpflicht-Erfüllung!
    Vielen Dank für dieses Angebot!
    LG HaJo51

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. lieber hubertus

    hab den post gelöscht weil ich rechtschreibfehler ausbessern wollte und da ich vergessen hab das geschriebene zu speichern ... alles von neuem ;-) :

    beim lesen deines textes laufen ganz sanft warme weiche tränen meine wangen hinab ..

    wie tut das gut ... dieses endlich wieder fliessenlassen so lange und immer wieder aufgestauter und unterdrücker liebesenergie ..

    für mich ist dieser post ein zeichen dass das leben mir ALLE meine wünsche erfüllt ... dann wenn ich wirklich wirklich bereit bin

    und ich bin mehr als bereit so wunderbares von dir immer wieder zu lesen

    danke

    alles liebe

    christa

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  4. Tach, Hubertus!

    Zitat:
    "Ein jeder kennt da sein eigenes Maß, "

    Mein Maß ist u. a. dieses:
    Möglichst keinen Honig mitnehmen, wenn ich in meinen Honigwelten unterwegs bin.
    LG HaJo51

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