Samstag, 1. Oktober 2016

Einzigartigkeit

Unsere Eltern und Erzieher meinten, sie wüssten besser als wir, was für uns gut ist. Wir erlitten ein pädagogisches Kindheitsschicksal. Als Kinder haben wir gelernt, dass dies so sein muss. Und entgegen der mitgebrachten Weisheit, eins zu sein mit uns selbst, in den eigenen Dingen selbst am besten Bescheid zu wissen, akzeptierten wir nach und nach, dass andere für uns verantwortlich sein müssten, so wie wir später für andere, wenn wir einmal groß wären.

hier bin ich
ich liebe mich
ich vertraue euch
ich bin die wahrheit
und das leben
ich bin unfehlbar
ich bin unsterblich
ich bin der mittelpunkt
des universums
ich weiss selbst
am besten bescheid
ihr seid teile meines ichs
wenn ich mich euch zuwende
begegne ich mir selbst
ich bin teil des kosmos
und der unendliche sinn
trägt mich

Wir waren erfüllt von dieser Einzigartigkeit – dieser Religiosität, längst vor jeder Religion. Wir fühlten dies, wir waren solche Wesen. Und im Grunde unseres Herzens sind wir es auch heute noch. Diese Gewissheit ist verschüttet, doch sie lässt sich befreien – von uns selbst. Jeder kann die erlente pädagogische Weltsicht verlassen, um wieder nach den uralten Gesetzen zu leben.

1 Kommentar:

  1. ein bild sagt mehr als tausend worte ...

    ... und doch vermögen worte DAS auch ...

    das ist die magie der poesie ...

    diese qualität des " ich sehe dich " ist in jedem augenblick ... jedem blick in die augen ... möglich ...

    und eben auch in gedichten wie diesem ...

    danke

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