Samstag, 3. Dezember 2016

Verheiraten


Als ich Lehrer in der Schule war, geschah es einmal, dass die Kinder zu mir als Person durchdrangen, dass der Lehrer aus der Klasse verschwand und ich verzaubert, ent-erwachsent wurde. Sie wollten "Verheiraten" spielen und sie vertrauten mir, in meiner Gegenwart so sein zu können. Einer war Pastor, zwei andere Trauzeugen, und die Pärchen meldeten sich. Sie wurden an die Tafel geschrieben. Es war eine Zeremonie, mit viel Lachen, Spaß und Beifall. Ich war eingeladen, ihnen zuzusehen, ich war ihr Gast. Es war, als ob ich am Fest eines fremden Volkes teilnehmen konnte. Sie hatten mich in ihren Kreis aufgenommen, ich störte sie nicht. Ich spürte die Mischung von Spaß und Ernst, von Spiel und Leben, und ich merkte, wie befreiend es ist, wenn man auf dieser von damals so wohlbekannten Basis miteinander umgeht.





Kommentare:

  1. Hihi. *schmunzel*

    Mir ging 's damals ähnlich, Hubertus.

    Als ich damals hin und wieder mal an meinem Wohnort die Kinder meiner Bekannten betreute, wollten die immer "Schule" spielen (und ich wollte und durfte ein Schüler sein).
    Um "Verheiraten" zu spielen, waren es wohl zu wenig Kinder, vermute ich mal.
    LG HaJo51

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  2. Komisch – ans Heiraten dachte bei uns kaum einer ...
    Aber falls doch, bestimmt nicht mit Pfaffen!

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  3. " ... Ich spürte die Mischung von Spaß und Ernst, von Spiel und Leben, und ich merkte, wie befreiend es ist, wenn man auf dieser von damals so wohlbekannten Basis miteinander umgeht. "

    JA ... DAS ist die qualität die mich " ruft " und von der ich mich magnetisch angezogen fühle ... trotz und vielleicht auch grad wegen meiner " haarspalterischen ich-wills-klarkriegen-in-mir-beharrlichkeiten "

    dass andere das oft anstrengend und mühsam finden weiss ich ...

    ich , christa , bin zur zeit eben ein " i-tüpferl-reitendes-mich-wenn ich was kapiert-hab-unbeschreiblich-an-mir-erfreuendes menschenkind " ... weil halt ;-))

    alles liebe christa

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