Fortsetzung des letzten Posts.
*
Genau mein Problem!
»Beweise, dass das stimmt: Erwachsene und Kinder sind gleichwertig.« »Das kann ich nicht beweisen. Das ist ein Menschenbild, das kann man nur mit dem Herzen sehen.« »Mal angenommen – aber nur mal angenommen – da ist was dran. Kinder sind gleichwertig! Aber okay. Wie willst Du das denn realisieren? Die schmeißen Dir doch nur Spinat an die Wand und packen in jede Steckdose. Die können doch dann machen, was sie wollen. Das gibt Chaos und tote Kinder!«
Was soll ich sagen? Keiner rechts und links weiß das. Auch die Experten nicht, Montessori und Co. »Ich weiß nicht, wie das geht.« »Dann wirst Du scheitern!« Und rotzig-trotzig wie der Freund 1900 sagte ich: »Ich tu’s aber nicht anders!«
Zwanzig Jahre später treffen sich die Freunde wieder. Er wird gefragt: »Du hast doch Deine Freundin geheiratet. Wie geht das denn jetzt mit der Gleichwertigkeit von Männern und Frauen? Musst Du High Heels anziehen? Entscheidest Du an geraden Tagen und sie an ungeraden?«
Die Freunde haben immer noch keine Ahnung, wie eine gleichwertige Beziehung von Männern und Frauen aussehen soll. Der Freund sagt: »Nicht so komisch, mit einer Strichliste, wer dran ist mit Abwaschen.« »Aber wie denn dann?« »Ich kann es erklären, wenn Ihr zuhören wollt.« Und dann erzählt er, wie das so geht, wenn Männer von der Gleichwertigkeit überzeugt sind.
Und das werde ich dann auch gefragt. Zwanzig, dreißig, vierzig Jahre später. »Wie viel Spinat ist an Deiner Wand gelandet? Haben die sich jemals die Hände gewaschen? Das Wort Hausaufgaben ist doch für Deine Kinder ein Fremdwort.«
Die Leute können es sich nicht vorstellen, wie das gehen soll – und zwar gut gehen soll: gleichwertige Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern. Ich sage dann wie der Freund zu seinen Freunden: »Ich kann erklären, wie es geht, wenn Ihr Zeit zum Zuhören habt.«
*
Aus meinem Buch „Kinder sind wunderbar! Unterstützen statt erziehen“, S. 33.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freue mich über Ihren Kommentar.