Montag, 13. April 2026

So wie wir das ja auch machen

 

 

Neulich war ich mit meinem Sohn und zwei Enkeln im Museum, mit Lotte (5) und Jonas (3). Die Kinder nehmen sich immer das Ihre mit. So wie wir das ja auch machen.

Die beiden Kleinen waren also in einer akademischen Welt unterwegs. Jonas sauste ein paar Mal die Rampe für Rollstuhlfahrer runter. Fand er toll! Und saß dann vor dem Video über Wasserangelegenheiten. Da gab es afrikanische Welt und Brunnentechnik. Dann: Das riesige Walskelett hat ihn beeindruckt. Und die gefährlichen Zähne des Braunbären. Und irgendwelche Leuchtgeschichten. Andere Kinder in seinem Alter nutzten diesen Bildungstempel mit viel Spaß als Erlebnisbühne. Die Gelassenheit der (Groß)Eltern und der Museumsleute dabei fand ich nun wieder beeindruckend. 

Lotte war woanders als Jonas. Sie tauchte in die Inhalte ein und stellte viele Fragen. Es gab auch ein Bild von Indianerkindern mit ihren Fahrrädern. „Papa, fahren die Rad?“ „Ja klar, wie Du.“ Lotte war beeindruckt. Die indianische Welt der Gegenwart war bei ihr angekommen. Das war schon anderes als das, was in den Kinderbüchern zu finden ist. Federschmuck, Tipi, Bison und Co. „Die sind ja wie ich.“ Kultursprung.

Ich war lange nicht mehr auf so einer Bildungsreise. Zwei Kultursprünge gab es für mich. Erst: Die Vögel stammen nach den heutigen Erkenntnissen von den Sauriern ab. Dann: Ein Film über neue Büffelherden, ein Interview mit einem Enkel der 6. Generation von Sitting Bull. Er freut sich: „Es ist gut, dass Bisons zum Verkaufen gezüchtet werden. Ob die Cowboys weiß, rot, schwarz oder gelb sind, spielt keine Rolle. Hauptsache, die Büffel sind wieder da.“


*

Aus meinem Buch „Kinder sind wunderbar! Unterstützen statt erziehen“, S. 212f.

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über Ihren Kommentar.