Neulich war ich mit meinem
Sohn und zwei Enkeln im Museum, mit Lotte (5) und Jonas (3).
Die Kinder nehmen sich immer das Ihre mit. So wie wir
das ja auch machen.
Die beiden Kleinen waren also in einer
akademischen Welt unterwegs. Jonas sauste ein paar Mal die Rampe für
Rollstuhlfahrer runter. Fand er toll! Und saß dann vor dem Video
über Wasserangelegenheiten. Da gab es afrikanische Welt und
Brunnentechnik. Dann: Das riesige Walskelett hat ihn beeindruckt. Und
die gefährlichen Zähne des Braunbären. Und irgendwelche
Leuchtgeschichten. Andere Kinder in seinem Alter nutzten diesen
Bildungstempel mit viel Spaß als Erlebnisbühne. Die Gelassenheit
der (Groß)Eltern und der Museumsleute dabei fand ich nun wieder
beeindruckend.
Lotte war woanders als Jonas. Sie tauchte in
die Inhalte ein und stellte viele Fragen. Es gab auch ein Bild von
Indianerkindern mit ihren Fahrrädern. „Papa, fahren die Rad?“
„Ja klar, wie Du.“ Lotte war beeindruckt. Die indianische Welt
der Gegenwart war bei ihr angekommen. Das war schon anderes als das,
was in den Kinderbüchern zu finden ist. Federschmuck, Tipi, Bison
und Co. „Die sind ja wie ich.“ Kultursprung.
Ich war lange
nicht mehr auf so einer Bildungsreise. Zwei Kultursprünge gab es für
mich. Erst: Die Vögel stammen nach den heutigen Erkenntnissen von
den Sauriern ab. Dann: Ein Film über neue Büffelherden, ein
Interview mit einem Enkel der 6. Generation von Sitting Bull. Er
freut sich: „Es ist gut, dass Bisons zum Verkaufen gezüchtet
werden. Ob die Cowboys weiß, rot, schwarz oder gelb sind, spielt
keine Rolle. Hauptsache, die Büffel sind wieder da.“
*
Aus meinem Buch „Kinder sind wunderbar! Unterstützen statt erziehen“, S. 212f.

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