Dienstag, 20. Juni 2017

Die üblichen Verdächtigen II







                  

             










 Fortsetzung vom 18.6.


*


»Wasch die Hände!« - »Putz die Zähne!« - »Hör mit dem Rauchen auf!«

Dreimal das übliche Klein-Klein mit den üblichen Verdächtigen. Es nervt, 
und es kostet Kraft und  Würde. Ja, sicher, Kraft und Würde, und zwar auf 
beiden Seiten. Bei den Großen: Wie komme ich mir denn vor, zum tau-
sendsten Mal da hinterher zu sein? Bei den Kindern: Wie komme ich mir 
denn vor, das zum tausendsten Mal anhören zu müssen? Gibt es eine
 Zauberlösung für so etwas? Gibt es nicht.

Aber es gibt die Möglichkeit des Nachdenkens. In einer ruhigen Minute. 
Jetzt. Und wenn man ins Nachdenken kommt, kann man das ganze 
Theater auch mal von der anderen Seite her betrachten. Für uns Er-
wachsene: von der Kinderseite. Doch da wir keine Kinder mehr sind,
 ist das nicht so einfach. Spielen wir also ein bisschen: Mit der Kraft
 unserer erwachsenen Gedanken rein in die Phantasiewelt der Kin-
der! Und dann könnte man ein wenig gelassener sein beim Klein-
Klein mit den üblichen Verdächtigen. Wir lassen uns ja immer wieder 
einwickeln, von den Stimmen der Großen in uns, den Großen, die uns 
damals zum Händewaschen, Zähneputzen, Nichtrauchen verhexten, 
recht wie sie ja hatten - aber der Preis! Es ging immer um die Würde, 
und da hilft ein bisschen Gegenzauber, um heute liebevoll mit der 
Würde unserer Kinder umzugehen.



 »Putz die Zähne!«

 »Papa, weißt Du, wer 2020 den Nobelpreis für 
Medizin bekommt?« 
»Mach den Mund auf!« 
»Den Nobelpreis bekommt 2020 ein Zahnarzt.« 
»Was?« 
»Ja, ein Dr. Schäfer, er ist Zahnarzt.« 
»Was soll der Quatsch!« 
»Er bekommt ihn für sein Lebenswerk, 
er ist 85, und er hat 60 Jahre geforscht.« 
»Was hat er geforscht?« 
»Er hat in einer großen Langzeitstudie 
herausgefunden, dass beim Zähneputzen 
ein sehr seltenes Mineral vom Zahn abgerieben 
wird. Die Wissenschaft hat es nach ihm benannt:
Schaeferium. Es wird immer nur extrem wenig 
abgerieben, aber immerhin. Im Laufe der Jahre 
kommt da was zusammen.« 
»Was redest Du und redest Du, mach endlich 
den Mund auf!« 
»Es lagert sich ab, in den Körperzellen. Und es 
häuft sich, ganz verschieden bei den Menschen, 
mal mehr in der Leber, in der Lunge, in der Brust, 
im Hoden.« 
»Jetzt reichts!« 
»Papa, er hat den Nobelpreis gekriegt. Weil er 
den Zusammenhang gefunden hat.« 
»Was für einen Zusammenhang?« 
»Na den von Zähneputzen und Krebs.« 
»Von Zähneputzen und Krebs?« 
»Ja. Beides gibt es doch wirklich erst seit ungefähr 
100 Jahren. Er hat nachgewiesen, dass das beim 
Zähneputzen abgeriebene Mineral Schaeferium  
die wirkliche Ursache für Krebs ist. Zähneputzen 
ist saugefährlich! Kann ich jetzt ins Bett?«

Fortsetzung folgt.

Kommentare:

  1. Hallo, Hubertus!

    Zitat:
    "Es ging immer um die Würde,
    und da hilft ein bisschen Gegenzauber, um heute liebevoll mit der
    Würde unserer Kinder umzugehen."

    Die Würde eines Menschens ist unantastbar!
    Das bedeutet:
    Bei zwischenmenschlichen Begegnungen geht der eine Mensch nicht mit einem anderen Mensch um, sondern jeder der daran Beteiligten geht bestenfalls nur mit sich selbst um.
    Es ist also keinerlei "Auf andere Menschen bezogener"-Gegenzauber nötig.

    Gruß von HaJo51

    AntwortenLöschen
  2. Krebs gibt es bei Mensch sowie Tier schon immer.

    http://www.spektrum.de/news/einige-dinosaurier-hatten-krebs/689828

    Aber das ganze Giftzeugs in (den meisten) Zahnpastas macht das Zähneputzen gesundheitsschädlich!

    AntwortenLöschen