Mein Handy klingelt. »Hallo?« Ein berüchtigter Kindsmörder ist dran. »Sie behaupten doch, ein Mörder habe gleichen Wert wie ein Arzt?« »Ja, hat er!« »Das ist doch Unsinn, das glauben Sie doch selbst nicht. Ich bin ein Mörder und viel weniger wert als ein Arzt. Und um Ihnen Ihren Unsinn zu beweisen: Schauen Sie mal aus dem Fenster, ich bin hier hinten im Gebüsch.«
Ich sehe ihn, er winkt. »Und ich habe Ihre Tochter, die bringe ich jetzt um. Da werden Sie schon merken, was für ein Bösewicht und Ekel ich bin. Nehmen Sie Ihr Fernglas, da können Sie zusehen.« Ich habe aber kein Fernglas parat, sondern ein Gewehr mit Zielfernrohr.
Blitzschnell nehme ich es hoch, ziele auf sein Messer und drücke ab. Da er sich beim Zustechen bewegt hat, treffe ich nicht das Messer, sondern seine Brust, meine Tochter ist unversehrt. Ich stürze aus der Wohnung und renne die hundert Meter zu ihm hin. »Du elendes Schwein, Du stichst keine Kinder mehr ab!« Ich trete ihn vor Wut.
Nein, es ist ganz anders: Ich renne zu ihm hin, er liegt auf dem Boden, ich nehme ihn in den Arm, er sieht mich mit brechenden Augen an: »Ich bin ein Schwein«, sagt er leise. »Nein«, sage ich und streichle ihm über den Kopf, »Du bist ein Ebenbild Gottes wie ich. Du gehst nur einen Weg, den ich nicht mitgehen kann.«

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