Dienstag, 24. Januar 2017

Der Hase, der gern Ketchup aß


Der Wind wehte durch das Maisfeld, er drehte sich um und wanderte die
Reihen zurück. "Warum gibt es hier keine Hasen?" dachte er. Als er zum
Wald zurückschwebte, sah er den Hasen Grogu. Grogu lag in der Sonne und
schlief. Der Wind hielt ihm einen frischen Maiskolben unter die Nase, und
Grogu träumte vom Gemüse. Der Wind lauschte in Grogus Traum, und er
holte ihm rasch Ketchup. Grogu war nämlich der einzige Hase der Welt, der
gern Ketchup aß. Seine Ohren waren schon ziemlich rot, denn irgendwo
musste der Ketchup ja hin. "Immer soll ich nur in Grogus Bauch", murrte der
Ketchup. Und eines Tages hatte er beschlossen, in die Ohren zu wandern.
Grogus Freunde hatten sehr gelacht, als sie seine rötlichen Ohren sahen, aber
Grogu war das egal, Hauptsache, er hatte Ketchup. Der Wind wehte um die
Nase des Hasen, und Grogu nießte. Er wachte auf, gähnte und sagte zum
Wind: "Danke, für den Mais und den Ketchup." Grogu lief zum Bach, um zu
trinken, und der Wind rauschte wieder zum Feld.

"Ich versteh nicht, wieso der Wind in die Träume sehen kann", sagte die
Rinde der Pappel. "Das ist doch ganz einfach", die graue Pfütze war aufge-
regt, "du mußt dich nur auf Grogus Nasenspitze konzentrieren. Dann wirst
du mit seinem Atem in seine Träume getragen." Die Rinde glaubte es nicht,
aber sie wollte es versuchen. Beim nächsten Tier, das kam. Sie wettete mit
der Pfütze, dass es nicht klappen würde. Kurz darauf kam ein Marienkäfer
und schlief an einem Grashalm ein. Die Rinde und die Pfütze konzentrierten
sich um die Wette, und sie versanken unter der Erde.

Die Höhle, in die sie gefallen waren, hatte grünlíches Licht. "Hier kommen
wir nie im Leben wieder raus", fiüsterte die Rinde. Die Pfiütze schlängelte den
Weg lang, und sie entdeckte blauen Rauch. "Komm, wir müssen durch den
Rauch", rief sie der Rinde zu. Sie liefen so schnell sie konnten durch den
Rauch. Dahinter stand ein blauer großer Fernsehapparat. "Stell an, ich kom-
me nicht dran", sagte die Pfütze zur Rinde. Sie sahen auf den Fernseher. Es
waren wirre, bunte Zeichen zu sehen, und es roch sehr stark nach Zimt. "Das
sind Hasenträume", rief ihnen der Wind zu, "Käferträume sind auf dem an-
deren Programm." Die Rinde schaltete um. Tatsächlich! Das waren Träume
von Käfern. "Um achtzehn Uhr dreißig beginnt unser Marienkäfertraumpro-
gramm", sagte die Ansagerin.

"Ich kriege Babys!", rief die Pfütze, und sie teilte sich in 53 kleine Pfützen.
"Und was ietzt?" fragte die Rinde. Sie erhielt keine Antwort, denn die kleinen
Pfützen hatten genug mit sich selbst zu tun. Die Rinde nahm ein Pfützenba-
by mit, um es dem Hasen zu trinken zu geben. Der Wind half ihr, und drau-
ßen im Gras fand sie Grogu. "Danke", sagte der Hase, und er trank die kleine
Pfütze. Sie schmeckte etwas blau, und etwas nach Zimt. Die Rinde sprang
wieder an ihren Platz am Baum, und der Wind wehte über das Maisfeld. Der
Marienkäfer wachte auf, und er schaltete den Fernseher ein. "Ich wußte gar
nicht, dass es so viele Pfützen gibt", staunte er und sah aufmerksam zu.
Und er verriet Grogu, wo er eine Flasche Ketchup versteckt hatte. 


1 Kommentar:

  1. ich probier s mal und konzentrier mich auf meine eigene nasenspitze ... kann doch gut sein dass sich dann endlich mein zitronenfaltertkanaltraumprogramm einschaltet ... schau ma moi ;-) oder brauch ich doch eine abendrotorange
    lenticulariswolkenantenne ? oh oh ....

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