Sonntag, 1. Juli 2018

Kinderforschung: Bericht (9) - Feedback?










 In unregelmäßigen Abständen poste ich 
 Texte aus meiner Dissertation, meiner 
"Kinderforschung"


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Wie oft kam es vor, dass ich aus den Gruppen ein Feedback bekam? Es war selten. Ich habe von einem  Mädchen (13-15) ausführliche Kom­mentare zu den Wochenend-aufenthalten, den Ferienhausaufenthalten und zur Gruppe überhaupt bekommen. Und sie hat mir sehr oft geschrieben (rund 100 Briefe in zwei Jahren). 
Aber ein Gespräch "über die Gruppe" war in allen Gruppen nie aktuell oder von ihrer Seite aus interessant. Ein paarmal habe ich zu sowas angesetzt ("das gehört doch zur Gruppenarbeit"), aber es gab keine Resonanz, und ich habe es dann als unrealistisch fallen lassen. 

Ganz zu Beginn der Gruppen hatte ich einmal das verbale Ausdrücken von Gefüh1en zu/über andere Gruppenmitg1ie-
der eingebracht. Sie machten da auch mit, und einige schrieben mir dann auch ihre Ge­fühle im Brief. Aber ich merkte doch, dass diese Sache von mir an­ gezettelt war, ließ meine Schiebekraft weg - und niemand griff es dann mehr auf. Das Ganze war eben nicht ihre Sache.
  
Zum Schluß der Gruppen hätte ich es gern gehabt, wenn mir jeder etwas aufge­schrieben hätte. Ich habe es ihnen gesagt, obwohl ich die Erfah­rungen damit schon hatte. Und ich habe es auch viel fragender sa­gen können als früher. Und wieder schrieb nur dieses Mädchen, die anderen "wollten mal sehen"  und schrieben dann nichts.

Als ich im vorigen Monat mit Doris (14) über unsere Gruppenzeit eine Tonband­aufnahme machen wollte und nur zu diesem Zweck zu ihr fuhr (die Gruppen waren seit zwei Monaten beendet) - da stellte sich dann raus, dass wir über anderes zu reden hatten als über "Wie fandest Du die Gruppe?" usw. Ich fragte dann ein paarmal gezielt - aber es war eben nicht relevant für sie. Das Tonband lief - doch unsere Interaktion war wie immer eine JETZT-SITUATION. Was früher war - das spielt dann woanders eine Rolle, im Untergrund, im Vertraut­heitsgefühl und so.

Briefe bekam ich noch von einem anderen Mädchen (14), die mich aus der Schulzeit kannte und mich um Hilfe bat. Wir trafen uns - und ich WAR DA. 


Fortsetzung folgt (unregelmäßig) 



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